# Amortisationsrechnung: Beispiel im IT-Projekt

> Die Amortisationsrechnung zeigt, nach welcher Zeit sich eine Investition durch die jährlichen Einsparungen bezahlt macht. Die Formel lautet: Amortisationszeit = Investitionskosten geteilt durch jährlichen Rückfluss. In der Projektdokumentation ist die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung fast immer gefordert – sie zeigt, dass du nicht nur technisch, sondern auch kaufmännisch denkst.

**Autor:** Mr. Benjamin · **Beruf:** IT-Kaufleute
**Veröffentlicht:** 2026-07-24 · **Aktualisiert:** 2026-07-24
**Quelle:** https://yellowbluetech.de/blog/amortisationsrechnung

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Ein technisch perfektes Projekt, das dem Betrieb nichts bringt, ist betriebswirtschaftlich wertlos. Genau deshalb verlangt die IHK in der [Projektdokumentation](/blog/projektdokumentation-schreiben) eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung – und genau daran scheitern viele, weil sie nur technisch denken.

## Was ist die Amortisationsrechnung?

Die Amortisationsrechnung (auch Kapitalrückflussrechnung) beantwortet eine einzige Frage: **Nach welcher Zeit hat sich die Investition bezahlt gemacht?**

> **Merksatz**
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> **Amortisationszeit = Investitionskosten ÷ jährlicher Rückfluss**
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> Der Rückfluss ist das, was die Investition pro Jahr einbringt – meist eingesparte Kosten oder eingesparte Arbeitszeit.

Je kürzer die Amortisationszeit, desto schneller lohnt sich das Projekt.

## Was gehört in die Rechnung?

**Auf die Kostenseite** gehören alle einmaligen Aufwände des Projekts:

- **Personalkosten**: deine Projektstunden × interner Stundensatz
- **Hardware und Software**: Anschaffungen, Lizenzen
- **Sonstiges**: Schulung, externe Dienstleister

**Auf die Nutzenseite** gehört, was das Projekt jährlich einbringt: eingesparte Arbeitszeit, geringere Lizenz- oder Wartungskosten, vermiedene Ausfälle.

> **Prüfungstipp**
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> Der häufigste Fehler: die **eigenen Projektstunden vergessen**. Deine Arbeitszeit ist ein echter Kostenfaktor und gehört mit einem realistischen Stundensatz in die Investitionskosten. Zweiter Klassiker: Der Nutzen wird nur behauptet („spart viel Zeit") statt **beziffert** („spart 2 Stunden pro Woche"). Rechne den Nutzen immer in Euro pro Jahr um.

## Ein Rechenbeispiel

> **Rechenbeispiel**
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> Ein Systemhaus automatisiert die monatliche Auswertung, die bisher von Hand erstellt wurde.
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> **Investitionskosten (einmalig):**
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> - Projektstunden: 80 Std. × 45 € = 3.600 €
> - Softwarelizenz: 400 €
>
> Gesamt: **4.000 €**
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> **Jährlicher Nutzen:**
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> Die Auswertung dauerte bisher 6 Stunden pro Monat und entfällt künftig.
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> 6 Std. × 12 Monate × 45 € = **3.240 € pro Jahr**
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> **Amortisationszeit:**
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> 4.000 € ÷ 3.240 €/Jahr = **1,23 Jahre**, also rund **15 Monate**
>
> Nach gut einem Jahr ist das Projekt bezahlt – ab dann spart der Betrieb jedes Jahr 3.240 €.

Umrechnung in Monate: `1,23 × 12 ≈ 15`. Eine Amortisationszeit unter zwei Jahren gilt bei IT-Projekten meist als gut.

## Grenzen der Methode

> **Hinweis**
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> Die Amortisationsrechnung ist bewusst einfach – das ist ihre Stärke und ihre Schwäche. Sie betrachtet nur den Zeitraum **bis zur Deckung** und ignoriert, was danach passiert; ein Projekt mit langer Laufzeit kann trotz längerer Amortisation attraktiver sein. Außerdem lassen sich **qualitative Vorteile** wie höhere Zufriedenheit oder geringeres Ausfallrisiko schlecht beziffern. Nenne sie in der Doku ruhig ergänzend – für die vergleichende Bewertung mehrerer Alternativen ist die [Nutzwertanalyse](/blog/nutzwertanalyse) das passendere Werkzeug.

## Selbstkontrolle

**Frage:** Ein Projekt kostet einmalig 6.000 € und spart jährlich 2.400 €. Wie lang ist die Amortisationszeit?

- [ ] 1,5 Jahre
- [x] 2,5 Jahre
- [ ] 3 Jahre
- [ ] 4 Jahre

**Erklärung:** Die Amortisationszeit ergibt sich aus Investitionskosten geteilt durch jährlichen Rückfluss: 6.000 € geteilt durch 2.400 € pro Jahr ergibt 2,5 Jahre. Nach zweieinhalb Jahren hat sich die Investition bezahlt gemacht.

## Häufige Fragen

### Welchen Stundensatz soll ich für meine Projektstunden ansetzen?

Am besten den internen Stundensatz, den dein Betrieb kalkuliert – frag deinen Ausbilder oder die kaufmännische Abteilung. Ist keiner bekannt, wähle einen realistischen Wert und mach transparent, wie du darauf kommst. Wichtig ist nicht die exakte Zahl, sondern dass die Annahme nachvollziehbar begründet ist.

### Was, wenn mein Projekt gar kein Geld spart?

Dann argumentierst du mit dem Nutzen, den es tatsächlich hat: vermiedene Ausfallzeiten, geringeres Sicherheitsrisiko, Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder bessere Datenqualität. Viele dieser Effekte lassen sich zumindest überschlägig bewerten, etwa über die Kosten eines Ausfalls. Eine ehrliche qualitative Begründung ist besser als eine erfundene Zahl.

### Was ist der Unterschied zur Nutzwertanalyse?

Die Amortisationsrechnung bewertet eine einzelne Investition in Euro und Zeit. Die Nutzwertanalyse vergleicht mehrere Alternativen anhand gewichteter Kriterien und kann auch weiche Faktoren einbeziehen. In der Projektdokumentation ergänzen sich beide gut: die Nutzwertanalyse für die Auswahl der Lösung, die Amortisationsrechnung für deren Wirtschaftlichkeit.

### Gilt eine kurze Amortisationszeit immer als besser?

Grundsätzlich ja, weil das eingesetzte Kapital schneller zurückfließt und das Risiko sinkt. Sie ist aber nicht das einzige Kriterium: Ein Projekt mit etwas längerer Amortisation, das danach über viele Jahre spart, kann insgesamt lohnender sein. Deshalb sollte die Zahl immer eingeordnet und nicht isoliert betrachtet werden.

**Weiterlesen:** [Kostenrechnung: Kostenarten, -stellen und -träger](/blog/kostenrechnung-grundlagen) · [Leasing oder Kauf? IT-Beschaffung finanzieren](/blog/leasing-vs-kauf) · [Deckungsbeitrag berechnen: Beispiel IT-Angebot](/blog/deckungsbeitrag-berechnen)

## Das Wichtigste in Kürze

- **Amortisationszeit = Investitionskosten ÷ jährlicher Rückfluss**.
- In die Kosten gehören **auch deine eigenen Projektstunden**.
- Der Nutzen muss **beziffert** werden, nicht nur behauptet.
- Die Methode ignoriert, was **nach** der Amortisation passiert, und erfasst **weiche Faktoren** nicht.
- In der Projektdokumentation ist die Wirtschaftlichkeit **fast immer gefordert**.
