# IPv6: warum und wie es funktioniert

> IPv6 wurde eingeführt, weil die rund 4 Milliarden IPv4-Adressen nicht mehr ausreichen. Eine IPv6-Adresse ist 128 Bit lang (statt 32 bei IPv4) und wird als acht Blöcke aus je vier Hexadezimalziffern geschrieben, getrennt durch Doppelpunkte. Führende Nullen darf man weglassen, und eine zusammenhängende Nullfolge kürzt man einmal mit zwei Doppelpunkten ab.

**Autor:** Mr. Benjamin · **Beruf:** IT-Grundlagen
**Veröffentlicht:** 2026-09-23 · **Aktualisiert:** 2026-09-23
**Quelle:** https://yellowbluetech.de/blog/ipv6-grundlagen

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Die Welt ist voller IP-fähiger Geräte – Handys, Sensoren, Kühlschränke. Für sie alle reichen die alten [IPv4-Adressen](/blog/ip-adresse-erklaert) längst nicht mehr. IPv6 löst das Problem grundlegend, sieht aber auf den ersten Blick einschüchternd aus. Ist es aber nicht.

## Warum IPv6?

IPv4 nutzt **32 Bit** und bietet damit rund **4,3 Milliarden** Adressen – klingt viel, ist bei Milliarden Geräten aber längst zu wenig. Notlösungen wie [NAT](/blog/nat-portweiterleitung) haben das hinausgezögert, aber nicht dauerhaft gelöst.

> **Merksatz**
>
> IPv6 nutzt **128 Bit** statt 32. Das ergibt etwa **340 Sextillionen** Adressen – so viele, dass jedes Gerät der Welt problemlos eine (oder viele) öffentliche Adresse bekommen kann. Adressknappheit ist damit kein Thema mehr.

## Wie eine IPv6-Adresse aussieht

Eine IPv6-Adresse besteht aus **acht Blöcken** mit je **vier Hexadezimalziffern**, getrennt durch **Doppelpunkte**:

```text
2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329
```

Das ist lang – deshalb gibt es zwei Kürzungsregeln:

1. **Führende Nullen** in einem Block weglassen: `0042` → `42`, `0000` → `0`.
2. **Eine** zusammenhängende Folge von Null-Blöcken durch `::` ersetzen (nur **einmal** pro Adresse erlaubt).

```text
2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329
2001:db8::ff00:42:8329        (gekürzt)
```

> **Prüfungstipp**
>
> Häufig geprüft: **IPv6 = 128 Bit**, **hexadezimal**, **8 Blöcke**, Trennung durch **Doppelpunkte**. Und die Kürzungsregeln: führende Nullen streichen, **eine** Nullfolge als `::` – die doppelte `::` darf **nur einmal** vorkommen, sonst wäre die Adresse mehrdeutig. Eine typische Aufgabe ist das Kürzen oder Ausschreiben einer gegebenen Adresse.

## Was sich sonst ändert

> **Hinweis**
>
> Neben dem Adressraum bringt IPv6 einige Neuerungen: Geräte können sich per **Autokonfiguration** oft selbst eine Adresse geben, [NAT](/blog/nat-portweiterleitung) wird überflüssig (jedes Gerät kann öffentlich adressiert werden), und statt Broadcasts nutzt IPv6 **Multicast**. Wichtig für die Sicherheit: Weil ohne NAT jedes Gerät direkt erreichbar wäre, übernimmt jetzt die [Firewall](/blog/was-ist-eine-firewall) allein den Schutz vor Zugriffen von außen – standardmäßig blockiert sie unaufgeforderten Verkehr. IPv4 und IPv6 laufen heute meist **parallel** (Dual Stack).

## Selbstkontrolle

**Frage:** Wie viele Bit hat eine IPv6-Adresse?

- [ ] 32 Bit
- [ ] 64 Bit
- [x] 128 Bit
- [ ] 256 Bit

**Erklärung:** IPv6 nutzt 128 Bit, IPv4 nur 32 Bit. Deshalb bietet IPv6 einen praktisch unbegrenzten Adressraum und wird als acht Blöcke aus je vier Hexadezimalziffern geschrieben.

## Häufige Fragen

### Wofür stehen die zwei Doppelpunkte ::?

Sie ersetzen eine zusammenhängende Folge von Blöcken, die nur aus Nullen bestehen. Statt vieler 0000-Blöcke schreibt man einmal ::. Das darf pro Adresse nur ein einziges Mal vorkommen, sonst ließe sich nicht mehr eindeutig rekonstruieren, wie viele Nullblöcke gemeint sind.

### Warme laufen IPv4 und IPv6 parallel?

Weil der Umstieg schrittweise passiert und noch nicht alle Systeme IPv6 beherrschen. Im sogenannten Dual Stack hat ein Gerät gleichzeitig eine IPv4- und eine IPv6-Adresse und nutzt je nach Ziel die passende. So bleibt die Erreichbarkeit in beiden Welten erhalten.

### Braucht man bei IPv6 noch NAT?

Als Lösung gegen Adressknappheit nein, denn Adressen gibt es genug. Der Schutz, den NAT nebenbei bot, wird bei IPv6 von der Firewall übernommen, die Zugriffe von außen standardmäßig blockiert. Manche Netze setzen aus Gewohnheit trotzdem auf ähnliche Mechanismen, nötig ist es aber nicht.

### Muss ich IPv6-Adressen im Kopf umrechnen können?

Das Kürzen und Ausschreiben nach den beiden Regeln solltest du beherrschen, weil es in Prüfungen vorkommt. Eine vollständige Umrechnung von Hexadezimal in Binär ist selten gefragt. Wichtig ist das Verständnis von Aufbau, Länge und Schreibweise.

**Weiterlesen:** [Subnetting berechnen: Teilnetze, Hosts und Broadcast](/blog/subnetting-berechnen) · [DHCP erklärt: automatische IP-Vergabe](/blog/dhcp-erklaert) · [Was ist DNS? Das Telefonbuch des Internets erklärt](/blog/was-ist-dns)

## Das Wichtigste in Kürze

- **IPv6** löst die **Adressknappheit** von IPv4 (32 Bit → **128 Bit**).
- Schreibweise: **8 Blöcke** à 4 **Hex**-Ziffern, getrennt durch **Doppelpunkte**.
- Kürzen: **führende Nullen** weg; **eine** Nullfolge als `::` (nur einmal).
- IPv6 macht **NAT überflüssig**; Schutz übernimmt die **Firewall**.
- IPv4 und IPv6 laufen meist **parallel** (Dual Stack).
