Angebotsvergleich: quantitativ und qualitativ
Kurzantwort
Beim Angebotsvergleich zählt nicht der Listenpreis, sondern der Bezugspreis: der Preis, der nach Abzug von Rabatt und Skonto und Zuschlag der Bezugskosten tatsächlich zu zahlen ist. Diesen ermittelt die Bezugskalkulation. Der quantitative Vergleich betrachtet nur diesen Preis, der qualitative Vergleich zusätzlich weiche Faktoren wie Qualität, Lieferzeit und Zuverlässigkeit.
Teil des Lernpfads Kaufmännisches Wissen und WISO · Schritt 5 von 14
Drei Lieferanten, drei Preise – der billigste gewinnt? So einfach ist es nicht. Der niedrigste Listenpreis kann nach Rabatten, Frachtkosten und Lieferzeiten am Ende der teuerste sein. Ein sauberer Angebotsvergleich rechnet genauer.
Der quantitative Vergleich: der Bezugspreis
Der Listenpreis eines Angebots sagt wenig aus. Entscheidend ist der Bezugspreis – was am Ende tatsächlich zu zahlen ist. Ihn ermittelt die Bezugskalkulation (auch Bezugspreiskalkulation):
Der qualitative Vergleich: die weichen Faktoren
Der Preis ist nicht alles. Der qualitative Vergleich betrachtet Kriterien, die sich nicht direkt in Euro ausdrücken:
- Qualität der Ware
- Lieferzeit und Liefertreue
- Zuverlässigkeit und Ruf des Lieferanten
- Service, Garantie, Zahlungsbedingungen
- Umwelt- und Sozialstandards
Warum der billigste selten der beste ist
Selbstkontrolle
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Von welchem Betrag wird bei der Bezugskalkulation das Skonto berechnet?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?
Ein Rabatt ist ein von vornherein gewährter Preisnachlass, etwa als Mengen- oder Treuerabatt, und wird direkt vom Listenpreis abgezogen. Skonto ist ein Nachlass fürs schnelle Zahlen innerhalb einer bestimmten Frist und wird vom Zieleinkaufspreis berechnet. Rabatt bekommt man also für die Menge oder Beziehung, Skonto für die Zahlungsgeschwindigkeit.
Was gehört zu den Bezugskosten?
Alle Kosten, die anfallen, um die Ware ins eigene Haus zu bekommen, etwa Fracht, Verpackung, Transportversicherung und Zölle. Sie werden zum Bareinkaufspreis addiert, weil sie den tatsächlichen Beschaffungsaufwand erhöhen. Zwei Angebote mit gleichem Warenpreis können sich allein über die Bezugskosten deutlich unterscheiden.
Warum nicht einfach das billigste Angebot nehmen?
Weil der niedrigste Preis Risiken verdecken kann, etwa schlechte Qualität, lange Lieferzeiten oder unzuverlässige Lieferung. Diese Folgen kosten häufig mehr als die anfängliche Ersparnis. Ein guter Einkauf wägt den Preis gegen diese qualitativen Faktoren ab, statt nur auf die Zahl unter dem Strich zu schauen.
Wie vergleicht man weiche Faktoren objektiv?
Mit der Nutzwertanalyse. Man legt die Kriterien fest, gewichtet sie nach Wichtigkeit und bewertet jedes Angebot je Kriterium mit Punkten. Aus Gewichtung und Punkten ergibt sich ein Gesamtnutzwert, der die Angebote vergleichbar macht. So wird aus einem Bauchgefühl eine nachvollziehbare, begründbare Entscheidung.
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Das Wichtigste in Kürze
- Entscheidend ist der Bezugspreis, nicht der Listenpreis.
- Rechenweg: Listenpreis − Rabatt − Skonto + Bezugskosten = Bezugspreis.
- Skonto wird vom Zieleinkaufspreis (nach Rabatt) berechnet.
- Quantitativer Vergleich = nur Preis; qualitativer = weiche Faktoren.
- Der billigste Anbieter ist wegen Qualität, Lieferzeit und Zuverlässigkeit nicht immer der beste.