Kostenrechnung: Kostenarten, -stellen und -träger
Kurzantwort
Die Kosten- und Leistungsrechnung beantwortet drei Fragen: Welche Kosten sind entstanden (Kostenartenrechnung), wo sind sie entstanden (Kostenstellenrechnung) und wofür (Kostenträgerrechnung). Kosten teilt man außerdem in fixe Kosten, die unabhängig von der Menge anfallen, und variable Kosten, die mit der Ausbringungsmenge steigen.
Teil des Lernpfads Kaufmännisches Wissen und WISO · Schritt 7 von 14
Was kostet eine Dienstleistung wirklich, und welchen Preis muss man verlangen, um nicht draufzuzahlen? Diese Fragen beantwortet die Kostenrechnung. Sie ist die Basis jeder Kalkulation und ein Dauerbrenner in der WISO-Prüfung.
Die drei Stufen der Kostenrechnung
Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) beantwortet der Reihe nach drei Fragen:
| Stufe | Frage | Beispiel |
|---|---|---|
| Kostenarten | welche? | Löhne, Material, Energie |
| Kostenstellen | wo? | Support, Entwicklung, Verwaltung |
| Kostenträger | wofür? | ein Kundenprojekt, ein Produkt |
Fixe und variable Kosten
Eine zweite wichtige Einteilung betrifft das Verhalten bei der Menge:
- Fixe Kosten fallen unabhängig von der produzierten Menge an (Miete, Gehälter, Versicherung).
- Variable Kosten steigen mit der Ausbringungsmenge (Material, mengenabhängige Fertigung).
Zusammen ergeben sie die Gesamtkosten. Je mehr Stück man auf die Fixkosten verteilt, desto geringer die Fixkosten pro Stück – der Grund für den „Mengeneffekt".
Wozu das Ganze?
Selbstkontrolle
Selbstkontrolle
Die Kostenstellenrechnung beantwortet welche Frage?
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen fixen und variablen Kosten?
Fixe Kosten fallen unabhängig von der produzierten oder verkauften Menge an, etwa Miete oder Gehälter. Variable Kosten verändern sich mit der Menge, etwa Materialkosten je hergestelltem Stück. In Summe ergeben beide die Gesamtkosten. Die Unterscheidung ist zentral für Kalkulation und Break-even-Betrachtungen.
Warum sinken die Fixkosten pro Stück bei größerer Menge?
Weil sich derselbe fixe Gesamtbetrag auf mehr Stück verteilt. Bei doppelter Menge trägt jedes Stück nur noch den halben Fixkostenanteil. Die variablen Kosten pro Stück bleiben dagegen gleich, weil sie ja gerade mit der Menge mitwachsen. Deshalb wird die Produktion pro Stück mit steigender Menge tendenziell günstiger.
Was ist der Unterschied zwischen Kosten und Ausgaben?
Ausgaben sind der Abfluss von Geld, unabhängig davon, wann der Wert verbraucht wird. Kosten sind der bewertete Verbrauch von Gütern und Leistungen für die betriebliche Leistungserstellung in einem Zeitraum. Der Kauf einer Maschine ist eine Ausgabe; die Kosten entstehen über die Nutzungsdauer als Abschreibung.
Wofür braucht ein IT-Dienstleister die Kostenträgerrechnung?
Um zu wissen, was ein einzelnes Projekt oder ein einzelner Auftrag tatsächlich kostet. Nur so lässt sich beurteilen, ob ein Projekt rentabel war und welcher Preis künftig nötig ist. Sie ordnet die vorher gesammelten Kosten den konkreten Leistungen zu und macht deren Wirtschaftlichkeit sichtbar.
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Das Wichtigste in Kürze
- Drei Stufen: Kostenarten (welche?), Kostenstellen (wo?), Kostenträger (wofür?).
- Fixe Kosten: mengenunabhängig; variable Kosten: steigen mit der Menge.
- Fixkosten pro Stück sinken mit der Menge, variable pro Stück bleiben gleich.
- Grundlage für Preiskalkulation und Wirtschaftlichkeit.
- Kosten (Werteverzehr) ≠ Ausgaben (Geldabfluss).