Zum Inhalt springen
YellowBlue
IT-Grundlagen3 Min. Lesezeit

IPv6: warum und wie es funktioniert

Kurzantwort

IPv6 wurde eingeführt, weil die rund 4 Milliarden IPv4-Adressen nicht mehr ausreichen. Eine IPv6-Adresse ist 128 Bit lang (statt 32 bei IPv4) und wird als acht Blöcke aus je vier Hexadezimalziffern geschrieben, getrennt durch Doppelpunkte. Führende Nullen darf man weglassen, und eine zusammenhängende Nullfolge kürzt man einmal mit zwei Doppelpunkten ab.

Teil des Lernpfads Netzwerk · Schritt 10 von 24

Die Welt ist voller IP-fähiger Geräte – Handys, Sensoren, Kühlschränke. Für sie alle reichen die alten IPv4-Adressen längst nicht mehr. IPv6 löst das Problem grundlegend, sieht aber auf den ersten Blick einschüchternd aus. Ist es aber nicht.

Warum IPv6?

IPv4 nutzt 32 Bit und bietet damit rund 4,3 Milliarden Adressen – klingt viel, ist bei Milliarden Geräten aber längst zu wenig. Notlösungen wie NAT haben das hinausgezögert, aber nicht dauerhaft gelöst.

Wie eine IPv6-Adresse aussieht

Eine IPv6-Adresse besteht aus acht Blöcken mit je vier Hexadezimalziffern, getrennt durch Doppelpunkte:

2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329

Das ist lang – deshalb gibt es zwei Kürzungsregeln:

  1. Führende Nullen in einem Block weglassen: 0042 → 42, 0000 → 0.
  2. Eine zusammenhängende Folge von Null-Blöcken durch :: ersetzen (nur einmal pro Adresse erlaubt).
2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329
2001:db8::ff00:42:8329        (gekürzt)

Was sich sonst ändert

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle

Wie viele Bit hat eine IPv6-Adresse?

Häufige Fragen

Wofür stehen die zwei Doppelpunkte ::?

Sie ersetzen eine zusammenhängende Folge von Blöcken, die nur aus Nullen bestehen. Statt vieler 0000-Blöcke schreibt man einmal ::. Das darf pro Adresse nur ein einziges Mal vorkommen, sonst ließe sich nicht mehr eindeutig rekonstruieren, wie viele Nullblöcke gemeint sind.

Warme laufen IPv4 und IPv6 parallel?

Weil der Umstieg schrittweise passiert und noch nicht alle Systeme IPv6 beherrschen. Im sogenannten Dual Stack hat ein Gerät gleichzeitig eine IPv4- und eine IPv6-Adresse und nutzt je nach Ziel die passende. So bleibt die Erreichbarkeit in beiden Welten erhalten.

Braucht man bei IPv6 noch NAT?

Als Lösung gegen Adressknappheit nein, denn Adressen gibt es genug. Der Schutz, den NAT nebenbei bot, wird bei IPv6 von der Firewall übernommen, die Zugriffe von außen standardmäßig blockiert. Manche Netze setzen aus Gewohnheit trotzdem auf ähnliche Mechanismen, nötig ist es aber nicht.

Muss ich IPv6-Adressen im Kopf umrechnen können?

Das Kürzen und Ausschreiben nach den beiden Regeln solltest du beherrschen, weil es in Prüfungen vorkommt. Eine vollständige Umrechnung von Hexadezimal in Binär ist selten gefragt. Wichtig ist das Verständnis von Aufbau, Länge und Schreibweise.

Weiterlesen: Subnetting berechnen: Teilnetze, Hosts und Broadcast · DHCP erklärt: automatische IP-Vergabe · Was ist DNS? Das Telefonbuch des Internets erklärt

Das Wichtigste in Kürze

  • IPv6 löst die Adressknappheit von IPv4 (32 Bit → 128 Bit).
  • Schreibweise: 8 Blöcke à 4 Hex-Ziffern, getrennt durch Doppelpunkte.
  • Kürzen: führende Nullen weg; eine Nullfolge als :: (nur einmal).
  • IPv6 macht NAT überflüssig; Schutz übernimmt die Firewall.
  • IPv4 und IPv6 laufen meist parallel (Dual Stack).

Schlagwörter

Verwandte Beiträge

IT-Grundlagen4 Min. Lesezeit

NAT und Portweiterleitung erklärt

Wie NAT im Router viele private Adressen auf eine öffentliche übersetzt und wie eine Portweiterleitung Dienste von außen erreichbar macht.

IT-Grundlagen3 Min. Lesezeit

DHCP erklärt: automatische IP-Vergabe

Wie DHCP jedem Gerät im Netzwerk automatisch eine IP-Adresse zuteilt: der DORA-Ablauf, Lease-Zeiten und was passiert, wenn der DHCP-Server ausfällt.