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IT-Grundlagen4 Min. Lesezeit

VPN: sicher durch einen verschlüsselten Tunnel

Kurzantwort

Ein VPN baut über ein unsicheres Netz wie das Internet einen verschlüsselten Tunnel zwischen zwei Punkten auf. Dadurch kann ein Mitarbeiter von zu Hause sicher auf das Firmennetz zugreifen, als säße er im Büro. Man unterscheidet Client-to-Site, bei dem sich ein einzelnes Gerät verbindet, und Site-to-Site, das ganze Standorte koppelt. Der Verkehr im Tunnel ist für Außenstehende unlesbar.

Teil des Lernpfads Netzwerk · Schritt 19 von 24

Der Mitarbeiter sitzt im Homeoffice und will auf den Firmenserver – aber zwischen ihm und dem Büro liegt das offene Internet, das jeder mitlesen kann. Ein VPN löst genau dieses Problem: Es zieht einen sicheren Tunnel durch die unsichere Leitung.

Was ist ein VPN?

VPN steht für Virtual Private Network. Es schafft eine geschützte Verbindung über ein öffentliches Netz, sodass zwei Punkte kommunizieren, als wären sie im selben privaten Netzwerk.

Die zwei Grundtypen

TypWas wird verbundenBeispiel
Client-to-Siteein einzelnes Gerät mit dem FirmennetzHomeoffice-Notebook ins Büro
Site-to-Sitezwei ganze Standorte miteinanderFiliale dauerhaft mit der Zentrale

Beim Client-to-Site (auch „End-to-Site") startet eine Software auf dem Gerät den Tunnel. Beim Site-to-Site übernehmen das die Router beider Standorte, für die Nutzer unsichtbar.

Wozu braucht man das?

  • Sicherer Fernzugriff: Homeoffice und unterwegs auf interne Systeme zugreifen.
  • Standorte koppeln: Filialen so verbinden, als lägen sie im selben Netz.
  • Schutz in offenen WLANs: den eigenen Verkehr im Café-WLAN verschlüsseln.

Was ein VPN nicht leistet

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle

Zwei Firmenstandorte sollen dauerhaft so verbunden werden, dass alle Geräte beider Häuser wie in einem gemeinsamen Netz arbeiten. Welche VPN-Art passt?

Häufige Fragen

Macht mich ein VPN anonym im Internet?

Nur eingeschränkt. Deine IP-Adresse gegenüber besuchten Webseiten wird verborgen, aber der VPN-Anbieter selbst sieht deinen Verkehr und kann ihn theoretisch protokollieren. Anmeldungen, Cookies und dein Verhalten identifizieren dich zudem weiterhin. Ein VPN erhöht die Vertraulichkeit auf dem Transportweg, echte Anonymität ist etwas anderes.

Ist ein VPN im öffentlichen WLAN nötig?

Es ist sinnvoll, aber weniger dringend als früher. Da heute fast alle Webseiten ohnehin über HTTPS verschlüsselt sind, ist der Inhalt meist schon geschützt. Ein VPN verbirgt darüber hinaus, welche Ziele du ansteuerst, und schützt auch Verbindungen, die nicht ohnehin verschlüsselt sind. In fremden Netzen ist es deshalb eine vernünftige zusätzliche Schicht.

Welche Protokolle nutzt ein VPN?

Verbreitet sind IPsec, häufig für Site-to-Site-Verbindungen, sowie modernere und schlanke Protokolle wie WireGuard und das etablierte OpenVPN. Sie unterscheiden sich in Geschwindigkeit, Konfigurationsaufwand und Verbreitung. Für die Ausbildung genügt es, zu wissen, dass es mehrere Protokolle gibt und dass alle das Ziel eines verschlüsselten Tunnels verfolgen.

Was ist Split-Tunneling?

Eine Einstellung, bei der nur der Verkehr zum Firmennetz durch den Tunnel läuft, während normaler Internetverkehr direkt ins Netz geht. Das entlastet die Firmenleitung, verringert aber die Kontrolle über den übrigen Verkehr des Geräts. Ob man es zulässt, ist eine Abwägung zwischen Leistung und Sicherheit.

Weiterlesen: NAT und Portweiterleitung erklärt

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein VPN bildet einen verschlüsselten Tunnel über ein unsicheres Netz wie das Internet.
  • Client-to-Site: ein Gerät ins Firmennetz; Site-to-Site: ganze Standorte koppeln.
  • Es sichert Vertraulichkeit und Integrität auf dem Transportweg.
  • Es macht nicht anonym und schützt nicht vor Schadsoftware an den Endgeräten.
  • Ein VPN ist ein Baustein, kein Ersatz für Firewall und Virenschutz.

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