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Wie funktioniert E-Mail? SMTP, IMAP und POP3 erklärt

Kurzantwort

Eine E-Mail reist nicht direkt von dir zum Empfänger, sondern über mehrere Server. Zum Versenden nutzt dein Programm das Protokoll SMTP, das die Mail an den Mailserver des Empfängers zustellt. Zum Abrufen dienen IMAP oder POP3. Welcher Server für eine Adresse zuständig ist, verrät ein DNS-Eintrag. Standardmäßig ist E-Mail wie eine Postkarte – ohne Verschlüsselung unterwegs mitlesbar.

Teil des Lernpfads Netzwerk · Schritt 16 von 24

Zuletzt aktualisiert am

E-Mail wirkt so selbstverständlich wie ein Lichtschalter – man tippt, klickt auf Senden, fertig. Dahinter steckt aber ein cleveres Zusammenspiel mehrerer Server und Protokolle. Wer es versteht, weiß auch, warum E-Mail nicht von selbst privat ist.

Wie reist eine E-Mail?

Eine E-Mail geht nicht direkt von deinem Gerät zum Empfänger. Sie wird über Mailserver weitergereicht – ähnlich wie ein Brief über Postämter läuft.

Du → dein Mailserver → Mailserver des Empfängers → Empfänger
       (per SMTP)          (per SMTP)              (per IMAP/POP3)

Die drei Protokolle

Beim E-Mail-Verkehr sind drei Protokolle im Spiel – je nachdem, ob man sendet oder abruft:

ProtokollAufgabe
SMTPE-Mails versenden und zwischen Servern zustellen
IMAPE-Mails abrufen, dabei auf dem Server belassen
POP3E-Mails abrufen und meist vom Server herunterladen

Posteingangsserver und Postausgangsserver

Im Mailprogramm trägst du zwei Server ein. Der Postausgangsserver versendet deine Mails, der Posteingangsserver hält die eingegangenen Mails zum Abruf bereit:

ServerAufgabeProtokollübliche Ports
PostausgangsserverE-Mails sendenSMTP587 oder 465, zwischen Mailservern 25
PosteingangsserverE-Mails abrufenIMAP143, verschlüsselt 993
PosteingangsserverE-Mails abrufenPOP3110, verschlüsselt 995

Die genauen Serveradressen nennt dir der Mailanbieter. Heute sollte man immer die verschlüsselten Varianten wählen.

Warum ist E-Mail wie eine Postkarte?

Klassische E-Mail wird im Klartext übertragen und über fremde Server weitergereicht. Ohne zusätzliche Verschlüsselung kann sie unterwegs mitgelesen werden.

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle

Welches Protokoll wird zum Versenden einer E-Mail verwendet?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Posteingangsserver und Postausgangsserver?

Der Postausgangsserver nimmt deine Mail entgegen und versendet sie, dafür nutzt man das Protokoll SMTP. Der Posteingangsserver speichert eingehende Mails, bis du sie abrufst, dafür nutzt man IMAP oder POP3. Beide Server müssen im Mailprogramm eingetragen sein.

Was ist der Unterschied zwischen IMAP und POP3?

Beide rufen E-Mails ab, gehen aber unterschiedlich damit um. IMAP lässt die Mails auf dem Server und hält sie über alle Geräte synchron, sodass du überall denselben Stand siehst. POP3 lädt die Mails herunter und entfernt sie meist vom Server. IMAP ist für die Nutzung auf mehreren Geräten die bessere Wahl.

Wie weiß der Server, wohin eine Mail soll?

Über die Domain nach dem @-Zeichen. Zu dieser Domain gibt es im DNS einen MX-Eintrag, der den zuständigen Mailserver benennt. Der sendende Server fragt diesen Eintrag ab und stellt die Mail dorthin zu. So findet jede E-Mail den richtigen Zielserver.

Ist E-Mail sicher?

Von sich aus nur eingeschränkt. Der Inhalt wird über fremde Server weitergereicht und ist ohne Verschlüsselung mitlesbar. Moderne Anbieter verschlüsseln die Transportwege, doch für vertrauliche Inhalte braucht es eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zudem lassen sich Absender fälschen, was E-Mail anfällig für Phishing macht.

Was bedeutet der Teil nach dem @-Zeichen?

Das ist die Domain, die zum Anbieter oder zur Organisation des Postfachs gehört. Sie bestimmt, welcher Mailserver für die Adresse zuständig ist. Der Teil vor dem @ ist der individuelle Postfachname bei diesem Anbieter. Zusammen ergeben sie eine weltweit eindeutige E-Mail-Adresse.

Weiterlesen: Client-Server-Modell einfach erklärt · TCP vs. UDP: zuverlässig oder schnell? · Malware-Arten: Virus, Wurm, Trojaner und Ransomware

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine E-Mail reist über mehrere Mailserver, nicht direkt zum Empfänger.
  • SMTP sendet, IMAP und POP3 holen ab.
  • IMAP lässt Mails auf dem Server (mehrere Geräte), POP3 lädt sie herunter.
  • Der zuständige Server steht im MX-Eintrag im DNS.
  • Ohne Verschlüsselung ist E-Mail wie eine Postkarte – mitlesbar.

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