Amortisationsrechnung: Beispiel im IT-Projekt
Kurzantwort
Die Amortisationsrechnung zeigt, nach welcher Zeit sich eine Investition durch die jährlichen Einsparungen bezahlt macht. Die Formel lautet: Amortisationszeit = Investitionskosten geteilt durch jährlichen Rückfluss. In der Projektdokumentation ist die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung fast immer gefordert – sie zeigt, dass du nicht nur technisch, sondern auch kaufmännisch denkst.
Teil des Lernpfads Kaufmännisches Wissen und WISO · Schritt 9 von 14
Ein technisch perfektes Projekt, das dem Betrieb nichts bringt, ist betriebswirtschaftlich wertlos. Genau deshalb verlangt die IHK in der Projektdokumentation eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung – und genau daran scheitern viele, weil sie nur technisch denken.
Was ist die Amortisationsrechnung?
Die Amortisationsrechnung (auch Kapitalrückflussrechnung) beantwortet eine einzige Frage: Nach welcher Zeit hat sich die Investition bezahlt gemacht?
Je kürzer die Amortisationszeit, desto schneller lohnt sich das Projekt.
Was gehört in die Rechnung?
Auf die Kostenseite gehören alle einmaligen Aufwände des Projekts:
- Personalkosten: deine Projektstunden × interner Stundensatz
- Hardware und Software: Anschaffungen, Lizenzen
- Sonstiges: Schulung, externe Dienstleister
Auf die Nutzenseite gehört, was das Projekt jährlich einbringt: eingesparte Arbeitszeit, geringere Lizenz- oder Wartungskosten, vermiedene Ausfälle.
Ein Rechenbeispiel
Umrechnung in Monate: 1,23 × 12 ≈ 15. Eine Amortisationszeit unter zwei Jahren gilt bei IT-Projekten meist als gut.
Grenzen der Methode
Selbstkontrolle
Selbstkontrolle
Ein Projekt kostet einmalig 6.000 € und spart jährlich 2.400 €. Wie lang ist die Amortisationszeit?
Häufige Fragen
Welchen Stundensatz soll ich für meine Projektstunden ansetzen?
Am besten den internen Stundensatz, den dein Betrieb kalkuliert – frag deinen Ausbilder oder die kaufmännische Abteilung. Ist keiner bekannt, wähle einen realistischen Wert und mach transparent, wie du darauf kommst. Wichtig ist nicht die exakte Zahl, sondern dass die Annahme nachvollziehbar begründet ist.
Was, wenn mein Projekt gar kein Geld spart?
Dann argumentierst du mit dem Nutzen, den es tatsächlich hat: vermiedene Ausfallzeiten, geringeres Sicherheitsrisiko, Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder bessere Datenqualität. Viele dieser Effekte lassen sich zumindest überschlägig bewerten, etwa über die Kosten eines Ausfalls. Eine ehrliche qualitative Begründung ist besser als eine erfundene Zahl.
Was ist der Unterschied zur Nutzwertanalyse?
Die Amortisationsrechnung bewertet eine einzelne Investition in Euro und Zeit. Die Nutzwertanalyse vergleicht mehrere Alternativen anhand gewichteter Kriterien und kann auch weiche Faktoren einbeziehen. In der Projektdokumentation ergänzen sich beide gut: die Nutzwertanalyse für die Auswahl der Lösung, die Amortisationsrechnung für deren Wirtschaftlichkeit.
Gilt eine kurze Amortisationszeit immer als besser?
Grundsätzlich ja, weil das eingesetzte Kapital schneller zurückfließt und das Risiko sinkt. Sie ist aber nicht das einzige Kriterium: Ein Projekt mit etwas längerer Amortisation, das danach über viele Jahre spart, kann insgesamt lohnender sein. Deshalb sollte die Zahl immer eingeordnet und nicht isoliert betrachtet werden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Amortisationszeit = Investitionskosten ÷ jährlicher Rückfluss.
- In die Kosten gehören auch deine eigenen Projektstunden.
- Der Nutzen muss beziffert werden, nicht nur behauptet.
- Die Methode ignoriert, was nach der Amortisation passiert, und erfasst weiche Faktoren nicht.
- In der Projektdokumentation ist die Wirtschaftlichkeit fast immer gefordert.