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Active Directory: zentrale Verwaltung im Firmennetz

Kurzantwort

Active Directory ist der Verzeichnisdienst von Microsoft, der Benutzer, Computer und Ressourcen eines Firmennetzes zentral verwaltet. Alle Objekte liegen in einer Domäne, die von einem Domänencontroller verwaltet wird. Ein Benutzer meldet sich einmal an und kann überall im Netz gemäß seinen Rechten arbeiten. Gruppenrichtlinien setzen Einstellungen zentral für viele Geräte und Konten durch.

Teil des Lernpfads Netzwerk · Schritt 21 von 24

In einer Firma mit 200 Rechnern jedes Konto einzeln auf jedem Gerät anzulegen, wäre ein Albtraum. Genau das nimmt Active Directory ab: Es verwaltet Benutzer, Rechner und Rechte an einer zentralen Stelle – und macht große Netze damit überhaupt erst beherrschbar.

Was ist Active Directory?

Active Directory (AD) ist ein Verzeichnisdienst: eine zentrale Datenbank, die alle Objekte eines Netzwerks – Benutzer, Computer, Drucker, Gruppen – und ihre Eigenschaften und Rechte speichert und verwaltet.

Die wichtigsten Bausteine

BegriffBedeutung
DomäneVerwaltungseinheit, die alle Objekte zusammenfasst
Domänencontroller (DC)Server, der die AD-Datenbank hält und Anmeldungen prüft
Organisationseinheit (OU)Ordner zur Gliederung, z. B. nach Abteilung
Gruppefasst Benutzer zusammen, um Rechte gebündelt zu vergeben
Gruppenrichtlinie (GPO)zentrale Regel für Einstellungen auf vielen Geräten

Warum Gruppen und Richtlinien?

Rechte vergibt man nicht an einzelne Personen, sondern an Gruppen. Kommt jemand neu ins Team, wird das Konto der passenden Gruppe hinzugefügt und erbt damit sofort alle nötigen Rechte.

Gruppenrichtlinien setzen Einstellungen zentral durch – etwa Passwortregeln, Hintergrundbilder, erlaubte Software oder Laufwerksverbindungen. Eine Änderung an einer Stelle wirkt auf alle betroffenen Geräte.

Ordnung, die sich auszahlt

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle

Ein neuer Kollege soll dieselben Zugriffsrechte wie sein Team bekommen. Was ist der sinnvollste Weg in Active Directory?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Domäne und Arbeitsgruppe?

In einer Arbeitsgruppe verwaltet jeder Rechner seine Konten selbst, es gibt keine zentrale Stelle – geeignet für sehr kleine Netze. In einer Domäne übernimmt der Domänencontroller die zentrale Verwaltung aller Konten und Rechte. Ab einer gewissen Größe ist die Domäne praktisch alternativlos, weil die dezentrale Pflege sonst unbeherrschbar wird.

Was passiert, wenn der Domänencontroller ausfällt?

Dann können sich Benutzer unter Umständen nicht mehr anmelden und zentrale Dienste stehen still. Deshalb betreibt man in der Praxis mindestens zwei Domänencontroller, die ihre Daten untereinander abgleichen. Fällt einer aus, übernimmt der andere, sodass der Betrieb weiterläuft.

Was ist eine Gruppenrichtlinie genau?

Eine Sammlung von Einstellungen, die zentral definiert und automatisch auf die zugeordneten Benutzer oder Computer angewendet wird. Damit lassen sich etwa Passwortlängen, Sperrbildschirme, erlaubte Programme oder verbundene Netzlaufwerke netzweit vorgeben. Der Administrator ändert die Regel einmal, und sie greift bei der nächsten Anmeldung auf allen betroffenen Geräten.

Gibt es Active Directory auch in der Cloud?

Ja, Microsoft bietet mit Entra ID, dem früheren Azure AD, einen cloudbasierten Verzeichnisdienst an. Er ist nicht einfach das klassische AD im Internet, sondern für Cloud- und Web-Anmeldungen ausgelegt und arbeitet mit anderen Protokollen. Viele Firmen betreiben beides parallel und gleichen die Konten miteinander ab.

Weiterlesen: Benutzer- und Rechteverwaltung im Betriebssystem · Client-Server-Modell einfach erklärt · Was ist ein Netzwerk? LAN, WAN und WLAN

Das Wichtigste in Kürze

  • Active Directory ist ein Verzeichnisdienst: zentrale Verwaltung von Benutzern, Rechnern und Rechten.
  • Alle Objekte liegen in einer Domäne, verwaltet vom Domänencontroller.
  • Single Sign-on: einmal anmelden, überall gemäß Rechten arbeiten.
  • Rechte werden über Gruppen vergeben, nicht einzeln.
  • Gruppenrichtlinien (GPO) setzen Einstellungen zentral auf vielen Geräten durch.

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